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| Wie geht der Lieblingswitz von Kleingärtnern? "Das Wichtigste ist das Gießen." (Augenzwinkern) Klaus-Dieter Hastenrath hat daraus eine Sammelleidenschaft abgeleitet. Von überall her bringt er Mini-Fläschchen mit - so auch die kleinste Guiness-Flasche der Welt. Foto: schrö |
Die ältere Dame, Karin, klopft an die Bürotür von Klaus-Dieter Hastenrath. „Ich bin irritiert über die 187 Euro.“ Für den Strom-Abschlag ist das zu viel. „Da wär’ ich auch irritiert“, sagt Hastenrath. „Komm’ doch wieder, wenn Ulrike da ist.“ Ulrike ist die Königin der Abrechnungen.
So läuft das im Brühl. Man fragt, man hilft, man verweist auf Experten. „Und das seit Generationen.“ Klaus-Dieter Hastenrath, 57, kennt die Garten-Anlage zwischen Morper Straße und Eisenbahnlinie in- und auswendig. Seit 1982 im Verein, seit 1984 im Vorstand, seit 1999 Vorsitzender. Im Brühl e.V. wurde 1923 gegründet, ist also einer der richtig alten Düsseldorfer Einrichtungen. 200 Gärten werden hier gehegt und gepflegt. In den vergangenen Jahren geriet dieser Zweck allerdings fast zur Nebensache.
„Die letzte Zeit war hart.“ Klaus-Dieter Hastenrath zählt auf. „Ein Fünftel des Bereichs wurde von einem Privatinvestor gekauft.“ Klammheimlich. „Der hat sich nicht an uns als Vorstand gewandt, sondern direkt an die Pächter.“ Nicht die feine englische Art der Deutschen Gartenland GmbH, findet Hastenrath. Doch die ist im gesamten Bundesgebiet für solche Auftritte bekannt. Diejenigen, die nun ihren Garten samt Grundstück gekauft haben, plagen Folgefragen. Hastenrath erklärt: „Gilt für diese Gärten noch der Bestandsschutz durch die Stadt?“ Das muss nun alles haarklein recherchiert werden. Ein anderer Knackpunkt war in den letzten Jahren der Anschluss der Gärten an die Kanalisation. „2250 Euro musste jeder zahlen.“ Allerdings gab’s dafür auch noch neue Stromzuleitungen. Dennoch eine Menge Geld. „Wir haben hier viele Rentnerinnen und Rentner.“ Schließlich habe man vereinzelt Raten bewilligt.
Wie viele andere Kleingartenvereine auch wartet der Brühl auf neue junge Mitglieder. „Natürlich haben wir junge Gärtner.“ Zum Beispiel den Enkel, der ein paar Gärten weiter seine Oma nach Tipps für die eigene Parzelle fragen kann. „Aber insgesamt sind wir schon ein wenig überaltert.“ Hastenrath ist traurig darüber, dass junge Leute heute keine Beziehung mehr zur Natur haben. „Wir haben als Kinder beim Bauern Kartoffeln gestoppelt und den Drachen auf dem abgeernteten Feld steigen lassen.“ Heute wüsste mancher nicht mal, wie die Blumenzwiebel richtig rum in den Boden gehört. Dabei weist Klaus-Dieter Hastenrath ausdrücklich darauf hin, dass es im Verein keineswegs piefig zugeht. „Individualismus wird bei uns großgeschrieben. Kein Haus sieht bei uns aus wie das andere.“ Auch die laufenden Kosten halten sich in Grenzen. „So um die 500 Euro pro Jahr muss man rechnen.“ Inklusive Pacht, Beitrag, Verwaltungsgebühren, Wassergeld. Und mit dem Streit zwischen Stadt und Gärtnern wegen ausstehender Nebenkostenzahlungen hat man hier auch nichts am Hut. „Unser Eigentümer ist der Bergische Schulfonds und nicht die Stadt.“
Für Klaus-Dieter Hastenrath wird die Gärtnerei bald wieder wichtiger. „2012 ist Schluss mit Vorstand.“ Eigentlich wollte er schon dieses Jahr aufhören. Jetzt haben sie ihn noch mal bekniet. Und dann? „Wir möchten gern noch mal etwas von der Welt kennenlernen.“ Griechische und spanische Inseln, das Erzgebirge, Dresden. Ziele gibt’s für ihn und seine Roswitha sowie Parson Jack Russel „Mick“ genug. Und im Bürger- und Heimatverein und in der Bürgerhilfe bleibt er ja auch weiterhin. |